Coping im Rahmen der Kinésithérapie

 

 

Der Begriff Coping beschreibt nach Lazarus einen Problemlöseprozess in Zusammenhang mit der Krankheitsverarbeitung. Ob eine Krankheit erfolgreich verarbeitet werden kann, hängt davon ab, wie ein Patient die Situation und seine diesbezüglichen Bewältigungsfertigkeiten einschätzt.

Coping-Verhalten spielt in der Kinésithérapie eine bedeutende Rolle. Ein Patient kann beispielsweise  eine Erkrankung als Herausforderung betrachten und sich aktiv an der Therapie beteiligen oder die neue Situation als bedrohlich einstufen und passives Verhalten äußern. In letzterem Fall könnte der Patient die Therapie verweigern oder sich nicht auf ein vorgegebenes Training einlassen. Demzufolge ist es im Rahmen einer kinesitherapeutischen Behandlung wichtig herauszufinden, welchen Coping-Stil der Patient aufweist.  Da Krankheitsverarbeitung ein Prozess ist, erweist sich eine genaue Diagnostik als schwierig. Um dennoch Tendenzen bzw. den aktuellen Verarbeitungsstil des Patienten erheben zu können, werden verschiedene Testverfahren, wie beispielsweise der Freiburger Fragebogen zur Krankheitsverarbeitung (FFK) oder die Trierer Skalen zur Krankheitsbewältigung (TSK), verwendet.

Nachdem der Coping-Stil ermittelt wurde, gilt es die Therapie entsprechend anzupassen und ressourcenorientiert die Stärken und Funktionen des Patienten zu fördern. Grundsätzlich sollte die Therapie aus Übungen bestehen, die der Patient in seinen Alltag transferieren kann, damit er Therapieerfolge intensiver wahrnehmen kann.

Unabhängig vom jeweiligen Coping- Stil gilt es im Allgemeinen den Patienten umfassend in Bezug auf die Behandlung sowie deren Auswirkungen aufzuklären, um so die Basis einer gemeinsamen zielführenden Arbeit zu generieren.

 

 

Quelle:

Bursik, B. M. (2017). Krankheit bewältigen. Physiopraxis. 1(17) S. 26-30.