Die Tiefensensibilität

Human brain 2d illustration, Digital illustration of Human brain structure, Creative brain concept background, Concept of Thinking, Innovation background

Die Tiefensensibilität oder auch « Propriozeption » bezeichnet die Fähigkeit eines Organismus, die Position und Bewegung der eigenen Gliedmaßen jederzeit in Relation zum eigenen Körper und in Relation zur äußeren Umwelt adäquat abzubilden.

Diese Wahrnehmungsleistung stellt die Grundlage für alle explorativen und motorischen Aktivitäten eines Körpers dar und ist sowohl für exterozeptive als auch für interozeptive Prozesse entscheidend.

Die Tiefensensibilität wird hauptsächlich der Interozeption zugeordnet, die als Oberbegriff jegliche Informationen beinhaltet, die von „Innen“ erfasst werden. Es handelt sich also um eine körpereigen induzierte Wahrnehmungsleistung.

Dafür nutzt unser Körper Systeme, die im Einklang miteinander funktionieren müssen um somit eine Tiefensensibilität zu ermöglichen.

Der Lagesinn liefert Informationen über die Position des Körpers im Raum, der Stellung der Gelenke und des Kopfes. Er ist Ursache dafür, dass wir auch ohne visuelle Unterstützung präzise angeben können, in welcher Raum-Lage-Position sich unser Körper und dessen bewegliche Teile befinden. Dies gilt sowohl dann, wenn sich der Körper in einer relativen Ruheposition befindet, als auch bei aktiver und passiver Bewegung. So sind wir z.B. in der Lage, bei geschlossenen Augen den eigenen Zeigefinger ohne wesentliche Korrekturen an die Nasenspitze zu führen.

Ein Teilprozess der Propriozeption, insbesondere die Raumlage des Kopfes in Relation zum Körper und die Lage des gesamten Körpers in Relation zur vertikalen Raumachse, wird über das vestibuläre System im Innenohr verarbeitet.

Der Kraftsinn liefert Informationen über den Spannungszustand der Muskulatur und Sehnen. Hierfür nutzt der Körper bestimmte Sinnesorgane die sich in der Muskulatur befinden. Das „Golgi-Sehnenorgan“ und die „Muskelspindel“ helfen unseren Muskeln sich an den räumlichen Gegebenheiten in ihren Spannung- und Entspannungsverhältnissen derart anzupassen, dass wir uns adäquat bewegen können.

Der Bewegungssinn dient der Bewegungsempfindung sowie der Erkennung der Bewegungsrichtung. Dieser Sinn wird in der Lehre der „Kinästhesie“ näher beschrieben und wird unter anderem ebenfalls in den Sinnesorganen der Muskulatur wahrgenommen.

Alle Systeme müssen harmonisch miteinander funktionieren. Die Tiefensensibilität bildet somit eine Grundvoraussetzung für unsere Bewegungskontrolle und unser Gleichgewicht.

 

Pierre AHLEN

Kinésithérapeute

 

Quellen:

Mayer J. & Standen C. (2017). Lehrbuch Osteopathische Medizin 1. Auflage. Elsevier

Internetquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Tiefensensibilität, abgerufen am 04 /1 1/2020