Orthophonie und Demenz

Das Arbeitsfeld der Orthophonie umfasst die Behandlung von Menschen die von Störungen der Sprache, des Sprechens, der Stimme oder des Schluckens betroffen sind. Nach einer eingehenden Diagnostik erfolgt die Behandlung und Beratung mit dem Ziel des Erhalts oder der Verbesserung der betroffenen Funktionen.

Im Falle einer Demenz können sowohl die sprachlichen Fähigkeiten als auch das Schlucken betroffen sein. Ziel der Behandlung ist es in diesem Fall die vorhandenen Kompetenzen so lange wie möglich zu erhalten. Lernen im klassischen Sinn, und somit auch das Wiedererlangen verlorener Fähigkeiten, ist nicht mehr möglich. Deshalb sollte in der orthophonischen Behandlung der Schwerpunkt auf die Prävention und auf ressourcenorientiertes Arbeiten gelegt werden. Die noch vorhandenen Fähigkeiten der betroffenen Person werden gezielt gefördert und unterstützt. Ziel ist es, die Autonomie solange wie möglich zu erhalten. Hierbei werden nahestehende Personen wie die Familie als auch das Pflegepersonal mit eingebunden. Da die Erkrankung fortschreitend ist und eine klassische Rehabilitation nicht möglich ist, ist es umso wichtiger dem Umfeld der betroffenen Person Möglichkeiten zu zeigen wie sie mit den vorhandenen Schwierigkeiten bestmöglich umgehen können. Hierbei werden sowohl Strategien der Adaptation (z.B. Anpassung der Kostform) als auch der Kompensation (z.B. bildunterstützte Kommunikation) eingesetzt. Der Schwerpunkt liegt hierbei nicht auf der Durchführung von Übungen im Sinne eines Funktionstrainings der Schluckmuskulatur oder des Sprechens, sondern vielmehr auf der Erarbeitung individueller Strategien der Nahrungsaufnahme und der Kommunikation im Alltag.

Die Behandlung orientiert sich am Alltag und an den Bedürfnissen des Betroffenen und berücksichtigt sein bisheriges Leben (Biographiearbeit) sowie seine aktuelle Situation.

Die OrthophonistIn ist Teil des multidisziplinären Teams welches aus weiteren Therapeuten (Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Psychologen, Neuropsychologen, Psychomotoriker) sowie den behandelnden Ärzten und der Familie besteht. Die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ermöglicht der betroffenen Person den Erhalt einer bestmöglichen Lebensqualität.

Sylvia HERBRINK

Orthophoniste