Schwindel – Diagnostik und Therapie

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Unter Schwindel versteht man eine “Unsicherheit im Raum”. Unsere Orientierung im Raum wird durch unterschiedliche Systeme gesteuert, die dann zentral noch in „Abstimmung“, die Einzelinformationen integrieren. So kann jede Störung der Einzelsysteme (Augen, Ohren mit Hören, Gleichgewichtsorgan, Muskelspindeln) als auch eine zentrale Störung (direkt oder unter Einfluss von Zirkulationsstörungen) zum Schwindel führen. Zudem ist zu bedenken, dass derartige Integration auch psychisch modelliert werden kann, was zu einem psychogenem Schwindel führen kann. 75% der Schwindel sind mit 6 Ursachen erklärbar. Differentialdiagnostisch lässt sich deswegen Schwindel fast immer unproblematisch einordnen. Zudem kann bei unklaren Fällen durch eine Systemzuordnung (Gehirn, vestibuläres System etc.) eine Diagnose von Spezialisten herausgearbeitet werden.

Unter den häufigsten Schwindelformen gehört der sogenannte benigne paroxysmale Lagerungsschwindel. Er ist definiert als ein episodischer, lageabhängiger Schwindel mit kurzen, rezidivierenden Drehschwindelattacken, die durch Kopflagerungswechsel auslösbar sind. Ursache sind Kristall/Steinablagerungen im Bogengangsystem des Ohrs die die Cilien (Zellfortsätze der Nervenzellen) bei Kopfbewegungen derart reizen, dass eine Fehlinformation der Kopflage zustande kommt, die wiederum Schwindel auslöst. Sobald eine Lagerungsänderung vorgenommen wird, wie z.B. vom Liegen ins Sitzen, wird durch den Positionswechsel im Kopf ein starker Schwindel ausgelöst der meist einige Minuten andauern kann.

Das Epley Manöver dient zum einen der Diagnostik, als auch der Therapie. Durch bestimmte Bewegungen des Kopfes wird ermöglicht, dass die Kristallablagerungen sich aus den Bogengängen des Innenohrs bewegen.

Durch dieses Manöver ist der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel sehr gut therapierbar. 80% der Patienten sind bereits nach einigen Tagen an denen mehrmals dieses Manöver ausgeführt wird von ihren Beschwerden befreit.

 

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